Nuklidtüre am Institut für Technische Physik in München
Die erste künstlerische Auseinandersetzung mit der damals neuen Nuklidkarte
Das Atomei in Garching und das Institutsgebäude für Technische Physik in der Luisenstraße 37a der Technischen Universität markieren den Beginn des eigenständigen Physikdepartments und der wissenschaftlichen Kernphysik in München. Nach der Berufung des renommierten Kernphysikers Heinz Mayer-Leibniz im Jahr 1952 entstand im Zuge des zügigen Ausbaus der Universität zwischen 1956 und 1960 das von Franz Hart und Josef Wiedemann entworfene Gebäude. Der Betonskelettbau mit Ziegelausfachungen war von den Institutsbauten des von Mies van der Rohe geplanten Campus des Illinois Institute of Technology inspiriert. Kunst am Bau sollte auf Wunsch der Architekten auf den Haupteingang beschränkt bleiben. Man wählte den Münchner Künstler Hermann Virl, der aufgrund seiner naturwissenschaftlichen Vorbildung innerhalb einer Viertelstunde den Gestaltungsvorschlag geliefet haben soll: eine Nuklidkarte auf einem Aluminiumraster der Türe. Nach dem plötzlichen Tod des Künstlers übernahm Josef Wiedemann die Vollendung des Entwurfs, der damalige Doktorand Tasso Springer überprüfte die physikalische Richtigkeit.
Die Darstellung der damals bekannten 102 Nuklide ist ein Symbol des Atomzeitalters und die erste bekannte künstlerische Auseinandersetzung mit diesem Thema. Heute sind über 325 natürliche Nuklide bekannt, weitere 4000 können künstlich hergestellt werden.
Nach dem endgültigen Umzug des Fachbereichs Physik wurde das Institutsgebäude an die Hochschule für Musik übergeben und beherbergt den heute als Reaktorhalle bekannten Veranstaltungsraum. Die Nuklidtür, deren Eloxalfarbe verblasst war, wurde nach 2008 renoviert.
Die ausführliche und spannende Geschichte der Reaktorhalle ist in dem Buch „Luisenstraße 37a“ von Ilka Backhaus-Collacott nachzulesen.
#Nuklidentüre #Nuklidenkarte #Reaktorhall
Nuklidtüre am Institut für Technische Physik in München - Fotos
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